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Die Buchhaltungspflicht ist gesetzlich geregelt, aber nicht jeder, der Gewinne erzielt, muss auch wirklich Buch führen. Wer ist davon betroffen und wer befreit? Die Antwort gibt es hier.

Die Buchhaltungspflicht gilt in Deutschland grundsätzlich für jeden Kleinunternehmer, Freiberufler und Unternehmer. Diese drei Gruppen müssen dementsprechend eine Gewinnermittlung zu ihrer Tätigkeit erstellen. Es ist dabei jedoch in zwei grundsätzliche Formen der Buchhaltung zu unterscheiden – die Einnahmen-Überschussrechnung, welche auch als EÜR abgekürzt wird und die doppelte Buchführung, die auch unter dem Alternativbegriff Doppik bekannt ist. Beide Verfahren unterscheiden sich in mehrerlei Hinsicht.

Diese Gruppen betrifft die Buchhaltungspflicht

Als einfachere Form der Gewinnermittlung gilt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Diese erstellen Freiberufler, landwirtschaftliche Betriebe sowie Gewerbetreibende, bei denen ein geringes Einkommen vorliegt. Für letztere gilt, dass sie nicht als Kaufmann deklariert sind und ihr jährlicher Umsatz weniger als 600.000 Euro beträgt, wobei der Gewinn die 60.000 Euro nicht übersteigen darf. Simpel ausgedrückt müssen die genannten Gruppen lediglich ihre Einnahmen den Ausgaben gegenüberstellen.
Bei der Doppik ist da schon etwas komplexer vorzugehen, schließlich ist hier von einer doppelten Buchführung die Rede. Sie betrifft alle Gewerbetreibenden, deren Einkommen die zuvor genannten Beträge der jährlichen Umsätze und Gewinn übersteigt. Benannt wird die doppelte Buchführung so, da sie aus einer Zeit stammt, in der die Buchhalter tatsächlich noch mit dem Stift gearbeitet haben und somit die einzelnen Informationen per Hand in zwei Bücher eintragen mussten. Heute erleichtern Softwares diese Vorgänge. Unterschieden wird in ein Hauptbuch und das Grundbuch, welches auch die Bezeichnung Journal trägt. Dazu können noch mehrere Nebenbücher wie ein Lohn- oder ein Kreditorenbuch kommen.

Keine Buchhaltungspflicht für Kleinunternehmer und Freiberufler

Nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet sind Freiberufler. Ihnen ist jedoch anzuraten, dass sie ihre getätigten Einnahmen sowie die aufgebrachten Ausgaben einander gegenüberstellen – schließlich erleichtert ihnen dieses Vorgehen den Überblick zu den eigenen Einnahmen und den Ausgaben. Letztlich sind diese Informationen ohnehin für die Steuererklärung erforderlich. Der Kleinunternehmer, der in seinem ersten Jahr weniger Einnahmen als 17.500 Euro generiert und im Folgejahr voraussichtlich die Marke von 50.000 Euro nicht überschreitet, ist ebenso nicht zur Buchhaltung verpflichtet. Dem Kleinunternehmer ist das Gleiche ans Herz zu legen wie dem Freiberufler: Belege und Rechnungen zusammentragen und damit die Einnahmen-Überschussrechnung für das Finanzamt erleichtern.