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Schon bevor ein Unternehmen in vollem Gange ist, muss eine ordnungsgemäße Buchführung erfolgen – und das ist auch und vor allem im Interesse des Existenzgründers.

Die Buchführung beginnt nicht etwa erst dann, wenn ein gegründetes Unternehmen den Geschäftsbetrieb aufgenommen hat, sondern bereits davor. Das hat auch einen guten Grund: Immerhin fallen schon im Vorfeld ausreichend Kosten an, die sich beim Finanzamt als Betriebsausgaben geltend machen lassen. So unangenehm es manchem Existenzgründer erscheinen mag, aber an der Buchführung kommt keiner vorbei. Doch dieses Prinzip soll keineswegs nur als eine unangenehme Pflicht verstanden werden. Das Unternehmen profitiert davon natürlich auch selbst, indem es damit immer im Bilde über die finanzielle Situation bleibt und verfolgen kann, welche Erträge erzielt wurden und wie es um das Vermögen bestellt ist. Wer sich noch in der Gründungsphase befindet, ist ohnehin zu einem Finanzplan veranlasst und in diesen gehört auch der Umfang der entstehenden Kosten vor der Aufnahme des Geschäftsbetriebs. Eine übersichtliche Buchführung ist noch aus einer anderen Perspektive von Bedeutung: Nämlich dann, wenn es um Kapitalgeber geht. Sie verschaffen sich mit einem Blick in die Bücher des Unternehmens einen Eindruck, ob sie investieren oder nicht.

Gründungskosten und Buchführung

Die entstehenden Kosten für die Gründung eines Unternehmens fallen unter die Kategorie der Betriebsausgaben. Schließlich muss ein Notar ebenso bezahlt werden wie vielleicht ein Steuer- oder eventuell auch ein Unternehmensberater. Darüber hinaus dürften Kosten für die Miete entsprechender Geschäftsräume anfallen. Mit Sicherheit müssen auch Waren oder Einrichtung für die Büros eingekauft werden, gegebenenfalls fallen auch Kosten für Werbung oder Dienstwege an. Oftmals kostet auch die Akquisition von Mitarbeitern Geld und auch eine Weiterbildung ist denkbar. All das erfordert ebenso einen entsprechenden Aufwand wie ein möglicher Eintrag des Unternehmens ins Handelsregister. Zugleich ist nicht auszuschließen, dass eine Eröffnungsfeier ansteht. Für sämtliche anfallenden Kosten muss der Unternehmensgründer die jeweiligen Belege aufbewahren. Die aufgebrachte Gesamtsumme steht zunächst als Verlustvortrag in der Kategorie der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Der Gesetzgeber weist aber auch darauf hin, dass die entstehenden Gründungskosten ebenso wie die Kosten für die Beschaffung von Eigenkapital und nicht zuletzt auch Gebühren für Versicherungsverträge nicht als Vermögensgegenstände auf die Aktivseite der Eröffnungsbilanz gehören. Sie gelten jedoch als ein finanzieller Aufwand, mit dem sich der zu versteuernde Betrag verringern lässt. Diese Regelung ist für Kapital- und Personengesellschaften sowie Einzelunternehmen festgelegt worden.